Donnerstag, 28. Juni 2012

Styroporschneiden Teil IV: Die weiteren Schritte bis zum fertigen Flügel

Nach dem Entformen beginnen die Detailarbeiten. Ich starte mit den Servoschächten. Mit dem zuvor erstellten Plan sind sie leicht wiederzufinden. Die Schächte werden nun auf die richtige Tiefe ausgeschnitten.

Fertigen der Servoschächte


Die Seitenwände habe ich bereits aus 3 mm Balsaholz und die Wände, in denen die Servohalterungen hineingeschoben werden, aus 6 mm Pappelsperrholz hergestellt. Die Aussparungen für die Servokabel sind natürlich auch berücksichtigt worden.
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Erstellen und Einkleben der Seitenwände

Die Höhe aller Wandverstärkungen sollen so gewählt werden, dass die Schachtabdeckungen bündig mit der Flächenbeplankung abschließen. Die länglichen Nuten für die Servos sind eng zu halten. Die Servos mit den eingesetzten Schwinggummis sollen sich streng hineindrücken lassen. Einkleben mit Weißleim oder mit Estrichkleber. Estrichkleber schäumt leicht auf und füllt kleinere Hohlräume optimal aus. Zum Einkleben der Wände setze ich Spreizen zwischen die Wände, um sie gleichmäßig anzudrücken.












Während diese Verklebungen trocknen, kann ich mit dem Schäften der Nasen- und Abschlussleisten weitermachen. Für die schrägen Schnitte verwende ich eine Puksäge .


Schäften der Nasen- und Abschlußleisten auf die bnötigte Länge

Auf dem Flügel zeichne ich nun die Querruder mit den Abschlussleisten an und schneide diese mit einem Messer und mithilfe eines Stahllineals oder ähnlicher Behelfe sauber ab. Die Dicke der Abschlussleisten ist natürlich zweimal zu berücksichtigen – je für die Fläche und das abgetrennte Querruder.

Anzeichnen und Ausschneiden der Querruder

























Im nächsten Arbeitsgang werden nun alle Nasen- und Abschlussleisten verklebt und dabei mit Gummis fixiert.


Ankleben der Nasen- und Abschlußleisten


























Formgebung der Abschlußleiste am Querruder
Nach Aushärtung bringe ich jetzt die Nasen- und Kopfleisten in Form. Mit einem Taschenhobel allein kam ich nicht weiter, weil das Holz teilweise sehr hart war, hier musste ich einen Tischlerhobel einsetzen.









Formgebung der Nasenleiste

Die Querruder verkürze ich nun um die Dicke der Abschlusshölzer. An der Innenseite der Querruder muss ich zweimal verkürzen: Für das Abschlussholz des Ruders selbst und für das zu berücksichtigende Abschlussstück an der Fläche.

Abschluß der Querruder

Überstehendes Material schneide und schleife ich nach dem Trocknen ab.
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Die Hölzer für die Randbögen schneide ich auf ein ungefähres Maß, klebe sie an und presse sie mit verknoteten Gummis an.

Ankleben der Randbögen
Der neue Flügel der Caravelle soll ungeteilt sein. Die beiden Flügelhälften werden nun miteinander verklebt. Im Bereich der Mattenverstärkung lege ich eine stärkere Folie – z.B. eine Baufolie in der Stärke von 0,1 mm – in die Negativform ein. Die mit Epoxydharz getränkte Matte lege ich nun auf diese Schutzfolie der Negativform auf.
Vorbereiten der Mittenverstärkung

 


















Die Flügelhälften richte ich nun sauber in der Form aus und ziehe die Matte mit der Schutzfolie um die Nase herum auf die Oberseite.

Herumziehen der Verstärkung um die Nasenleiste

Jetzt lege ich die Oberschalen auf und verpresse das Ganze bis zum Aushärten des Epoxydharzes. Diese Vorgehensweise verhindert größtenteils das Aufquellen der Matte an den Außenrändern. Es entsteht ein glatterer Übergang, so daß weniger Spachtelmasse eingesetzt werden muss. Kevlarmatten neigen ohnedies zum unerwünschten Ausfasern, wenn sie überschliffen werden.

Verpressen der Mittenverstärkung


Nach dem Aushärten schneide ich an der dicksten Stelle des Flügels einen Schlitz in Spannweitenrichtung und nehme das Styropor bis auf die untere Beplankung heraus.  Ich setze ein 12 mm starkes Sperrholzstück als Verstärkung mit eingedicktem Epoxydharz ein. Nach dem Aushärten und Überschleifen lege ich darüber eine Lage Kevlar und presse das Ganze mit Hilfe einer stärkeren Folie in der Form wieder an.
Zusätzliche Verstärkung des Mittenholmes mit Kevlar

Nach dem Verspachteln bebügle ich zunächst jene Flächen mit großen Verschnitten wie z.B. der Bereich um die Kabinenhaube, Abschlussleisten, etc.
Erstes Bebügeln der schlecht zugänglichen Stellen

Erst danach bügle ich die Folien jeweils in der Rollenbreite über die Profiltiefen.
Dieses Verfahren hat zwei Vorteile:

-          Die Folienkanten liegen in der Flugrichtung und nicht quer dazu – können  sich daher nicht so leicht ablösen
      -    Das Verfahren hat weniger Verschnitt.

Bebügeln des Flügels in Spannweitenrichtung
Genauso ging ich bei den Querrudern vor. Jedoch ist vor dem Bebügeln zunächst zu prüfen, ob sie genügend seitliches Spiel am Flügel haben, damit sie sich problemlos bewegen lassen. Ansonsten sollten die seitlichen Abschlußleisten nachgearbeitet werden.


Erstes Bebügeln der Querruder aussen














Anschließend zeichne ich die Lage der Ruderscharniere an.

Anzeichnen der Lage für die Scharniere

Mit einem Balsamesser schneide ich die Nuten für die Scharniere. Die Ränder erhalten einen zusätzlichen keilförmigen Einschnitt. Dadurch lassen sich sehr kleine Ruderspalte erzeugen.


Ausschneiden der Nuten für die Scharniere und Anschrägen der Kanten

















Die Scharniere schiebe ich nun ohne Klebstoff in die Nuten. Ich sichere sie mit in Weißleim eingetauchten Zahnstochern. Die im Scharnier vorgegebenen Bohrungen verwende ich nicht, weil es mir zu aufwändig erscheint, diese genau auf die Abschlussleiste zu übertragen und beim Bohren exakt zu treffen.
Sichern der Scharniere mit Zahnstocher und Weißleim


Zum Schutz der aufgebügelten Folie schneide ich den Überstand mit einer Puksäge vorsichtig ab.

Absägen des Überstandes mit einer Pucksäge
Sind alle Scharniere angebracht, drücke ich das Querruder genau mittig auf die Abschlußleiste des Flügels. So kann ich nun die Positionen der Scharniere exakt übertragen.

Mittiges Andrücken der Ruder auf den Flügel, um die genaue Position des Scharnieres zu übertragen

Wie bereits zuvor schneide ich die Schlitze, versehe sie mit einer Schräge, drücke dann das Ruder mit den Scharnieren hinein und sichere die Scharniere auf der Flügelseite abschließend mit Zahnstochern.

Abschließend erstelle ich die elektrischen Verbindungen für die Servos. Danach drücke ich sie in die Aussparungen, schliesse die Ruder an und schraube zum Schluss eine Abdeckkappe aus dünnem Sperrholz auf.


Einsetzen der Servos und Anschluß der Ruder

Im fünften Teil der Herstellung von Styroporflügeln geht es um die Anwendung von Estrich-Kleber beim Verkleben der Beplankung.

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