Freitag, 15. Juni 2012

Albert Schnitzler: Die ersten "digitalen" Servos

Die ersten Servos kannten nur zwei Ausschläge: Vollausschlag nach links oder rechts, das hatte natürlich mit den heutigen digitalen Servos nichts zu tun! Neutral war dann jeweils in der „Mitte“. Außerdem erfolgte die Auslieferung nicht einsatzfertig, wie bei der Rudermaschine „Rekord-A“ vom Egelkraut Vertrieb München.
Man musste noch alle Litzen und Kabel selbst ablängen, einen 7-poligen Mini-Stecker (was seinerzeit ein 7-polige Röhrensockel war) besorgen und alles zusammenlöten, nebst Batteriehalter.
Interessant sind die technischen Daten des Servos, die für heutige Verhältnisse kaum der Rede wert sind:
Stellkraft: 1 kg für den 1cm langen Steuerhebel. 
Im Text wird vor der starken Wirkung des Servos sogar gewarnt: „Beim Einbau ins Modell sollte man beachten, dass die Maschine durchaus in der Lage ist, Ruderhörner von Ruderblättern abzureißen oder leichtere Gestänge zu verbiegen.“
Zudem wird auf weitere Einsatzmöglichkeiten außerhalb des Modellbaus hingewiesen, wie z. B. Kamera Auslösung oder Tür- und Fenster-verriegelung.
Das Servo Rekord A umbauten wir damals mit ca. 4mm Balsabrettchen, dann war es im Gehäuse und konnte so schnell von Modell zu Modell.ein – und ausgebaut werden. Später wechselten wir nur noch den Empfänger, alles aus Kostengründen.
Anfangs gab es ja nur 27,12 MHz als Sendefrequenz; das bedeutete: immer nur 1 Modell in der Luft! Ab 1958/59 gab es dann zusätzlich 40,68 MHz. Also schon 2 Modelle in der Luft! Besser wurde es gegen 1975-76, als das 35 MHz-Band [noch in Amplituden-Modulation] von der Deutschen Bundespost freigegeben wurde. Das waren dann hier schon 20 Kanäle, also 20 zu fliegende Frequenzen. Das 40 MHz-Band bot für Flugmodelle nochmals 4 Frequenzen, Kanal 50, 51, 52, 53. Die weiteren waren nur für Schiffsmodelle reserviert!

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