Sonntag, 1. Dezember 2013

Sie sind wieder unter uns, die Mammuts!



 
Karikatur von Klaus Heilmann, www.kunstmalstudio.de
Werbung sollte dazu beitragen, in einprägsamen Worten die Eigenschaften eines Produktes kurz darzustellen. So weit so gut. Manchmal entsteht aber bei mir der Eindruck, dass da irgendetwas im wahrsten Sinne aus dem Ruder läuft. Da las ich doch letztens in einer Modellfliegerzeitschrift von einer Rudermaschine „Mastodon“.
Nun bin ich nur ein einfältiger Flugmodellbauer, kein Biologe und erst recht kein Werbestratege. War der Mastodon nicht der Vorgänger des Nashorns? Dank modernster Technik konnte ich die Frage schnell klären, ein Dank an Tante Google. Nein, Mastodonten sind nicht die Vorgänger der Nashörner sondern die der heutigen Elefanten, also Mammuts. Aha, hat sich der Tag doch gelohnt, wieder etwas dazu gelernt. Und damit dürfte diese extrem wichtige Frage, die sich gewiss bei anderen Fliegerkollegen ebenso bohrend gestellt hat, beantwortet sein. Bliebe also letztlich nur zu klären, was das mit einem Servo zu tun hat?
Nun gelten Elefanten ja in manchen Ländern der Erde als Arbeitstiere, also wollte man wohl die ausdauernde Kraft zum Ausdruck bringen. Das passt ja durchaus zu einem Servo. Nur kann man dummerweise Elefanten nicht gerade zu den Leichtgewichten zählen. Das scheint die Werbeabteilung bei der Namensgebung wohl irgendwie übersehen zu haben. Was nützen mir ein paar Kilo Zugkraft, wenn ich dafür Tonnen bewegen muss? So dürfte es zumindest an anderer Stelle zu erheblichen, wenn nicht gar unüberwindlichen Schwierigkeiten kommen.
Ich gehe aber in meiner grenzenlosen Einfältigkeit noch einen Schritt weiter.
Wenn man schon dabei ist, Vergleiche in der Natur zu suchen, warum sucht man sich nicht passendere aus? Spontan fallen mir da die Ameise und der Floh ein. Bezogen auf ihre Körpermasse können sie Lasten tragen, die die eigene weit überschreiten. Wenn ein Floh springt, lasten auf seinem Körper Beschleunigungen, die kaum ein Mensch ertragen könnte. Das sind übertragen auf den Menschen übermenschliche Leistungen.
Da ich wie gesagt nur ein einfältiger Flugmodellbauer und weder Biologe noch Werbestratege bin, fehlt mir natürlich die erforderliche Sachkompetenz, um das überhaupt beurteilen zu können.
Vielleicht setze ich ja mangels dieser biologischen Kenntnislücken seit Beginn meiner Fliegerkarriere die völlig falschen Servos ein? Natürlich, das muss es sein, diese Erklärung sagt mir viel eher zu, wenn ich an die über die Jahre sich ansammelnden Verluste denke. Es kann nicht an mir gelegen haben, das ist völlig undenkbar, ärgerte mich von Mal zu Mal stets aufs Neue, eine solche Erklärung hinnehmen zu müssen. Damit ist es endlich bewiesen, ich bin beruhigt und kann ab heute meine Selbstkritik ablegen. Ein Hoch auf die Werbewelt, die uns das Leben so leicht macht!
Wie ärgerlich nur, dass ich diese Mastodon-Servos nicht schon früher kennengelernt habe. Das wird sich von nun an ändern, jedem Erstflug sowie allen folgenden kann ich beruhigt entgegen schauen, es kann ja nix mehr passieren.
Eines macht mich dennoch stutzig. Da war doch etwas mit den Mammuts? Gibt es die eigentlich noch? Wenn ich mich recht entsinne, sind die schon vor etlichen Jahrtausenden ausgestorben. Tatsächlich, Tante Google bestätigt es mir, die weilen bereits seit geraumer Zeit nicht mehr unter uns.
Also abermals überlegt, vielleicht sollte ich für die Zukunft meine Servowahl doch noch einmal überdenken: Ein Servo, das nach einem Mammut benannt wurde, der kräftig, schwer und bereits ausgestorben ist. Hmm, wie darf ich denn die Tatsache des Aussterbens interpretieren?

Keine Kommentare:

Kommentar posten