Mittwoch, 1. Februar 2012

Nils Kägi: Passend zur Kälte-Beheiztes Senderpult

Wer wie ich auch im Winter fliegen geht, ohne sich dabei von Temperaturen unter dem Gefrierpunkt abschrecken zu lassen, der hat vor allem ein Problem: Kalte Finger!
Mit Handschuhen zu fliegen ist nahezu unmöglich, da man nicht feinfühlig genug steuern kann. Das mag bei einem Motorsegler gerade noch gehen, will man jedoch ein Speed- oder Kunstflugmodell fliegen, muss eine andere Lösung her. In den letzen Wintern habe ich immer fingerlose Fahrradhandschuhe verwendet, aber auch damit frieren die Finger ziemlich schnell ein.
Für diesen Winter sollte eine Lösung her, die die Finger wärmt, ohne dass dadurch die Fähigkeit zum Steuern irgendwie beeinflusst wird: So habe ich kurzerhand in mein Senderpult eine Heizung eingebaut!
Heizfolie
Diese besteht aus zwei Heizfolien aus dem Kfz-Bereich, welche im Elektronikladen oder beim Kfz-Zubehörmarkt erhältlich sind, das normale Maß für Außenspiegel ist perfekt als Handauflagefläche geeignet. Betrieben werden diese Folien mit einer Spannung von 12V, zum Beispiel einem 3-zelligen Lipo. Zusätzlich habe ich mir bei Hobbyking eine Sendertasche gekauft, damit sich die Wärme gleichmäßig um die Hände verteilt und nicht zu schnell entweicht.
Korkabdeckung der Heizfolie
Das Senderpult ist eine simple Konstruktion aus 6mm Sperrholz; bestehend aus einer Grundplatte, einer Deckplatte und vier Wänden, die um den Sender herum gebaut sind. Oberhalb des Senders habe ich noch einen kleinen Halter für meine Jeti-Box vorgesehen. Auf die Handauflageflächen habe ich die Heizfolien geklebt und die Anschlusskabel direkt nach unten durch das Brett geführt. Auf der Rückseite des Pultes, also unterhalb der Jeti-Box, sind die Kabel der beiden Folien miteinander Verlötet und mit Steckern versehen. Für eine angenehmere Handauflage habe ich noch Moosgummi auf die Heizfolien geklebt. In der Praxis musste ich allerdings feststellen, dass sich das Moosgummi bei Hitze zusammenzieht und sich von der Selbstklebeschicht der Heizfolien löst. Beheben konnte ich das Problem durch den Austausch gegen Kork und Verklebung mit Weißleim.
NiMH-Akku zum Betrieb der Heizung
Im Flugbetrieb stellte sich heraus, dass der dreizellige Lipo doch zuviel des Guten war und die Handauflageflächen unangenehm warm wurden. Daher zog ich mir weiterhin die fingerlosen Handschuhe an. Dennoch wurde die hohe Temperatur bei längerem Betrieb unangenehm. Nach Wechsel gegen einen alten NiMh-Akku mit sechs Zellen liegt die Temperatur nun im angenehmen Bereich.
Übrigens verwende ich die Fächer unter den Handauflagen zu Lagerung der Lipo´s , so bleiben sie auch im Winter immer auf guter Betriebstemperatur.
Lagerung der Flugakkus
Ich wünsche euch allen viel Spaß beim Nachbauen und immer warme Finger beim Winterfliegen

Kommentare:

  1. Deine Anleitung gefällt mir sehr. Für kürzer Flüge sind Segelhandschuhe anstatt von Fahradhandschuhen sehr geeignet. Diese gibt es mit Daumen und Zeigefinger frei, sodass die restlichen drei Finger geschützt sind.
    Hier habe ich meine her: http://www.amazon.de/Segelhandschuhe-Rote-Naht-Finger-geschnitten/dp/B003AXNDKS/

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  2. Lieber Fliegerkollege,

    danke für Dein Lob, das ich sofort an Nils weitergeleitet habe. Sehr gelungen finde ich auch Deine Anregung mit den Fliegerhandschuhen!

    Holm-und Rippenbruch
    Thomas Fischer

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