Donnerstag, 17. April 2014

Technik begeistert!


Karikatur von Klaus Heilmann, www.kunstmalstudio.de


Zu ergänzen ist allerdings: Wenn Sie denn funktioniert, ansonsten kann sie zu einem nervenaufreibenden Geduldsspiel á la Mensch ärgere Dich nicht ausarten: Im letzten Jahr begann ich, den heutigen technischen Möglichkeiten mehr Beachtung bei der Ausstattung meiner Werkstatt zu schenken. Zwei Fliegen wollte ich mit einer Klappe schlagen: Die Erhöhung der Fertigungsgenauigkeit in Verbindung mit einer Verkürzung der Bauzeit. Nach und nach vergrößerte sich so die Arbeitsfläche meiner computergesteuerten Fräse, die Elektronik wurde erneuert und für die Ansteuerung in professionellere Programme investiert. Nach erstaunlicherweise schnell lösbarer Übergangsprobleme im Umgang mit den neuen Möglichkeiten, konnte ich schon bald stolz feststellen: Selbst aufwändige Rippenflügel waren innerhalb kurzer Zeit einsatzfertig. Welch ein Durchbruch, das Ziel war erreicht! So angespornt, sollte eine Styroporschneidemaschine die technischen Möglichkeiten weiter ausdehnen. Doch leider ist das Leben kein Wunschkonzert, je genauer man plant, umso härter wird man von der Realität getroffen: Als ich fast alle Einstellungen für die ersten Testläufe gemacht hatte, entschied sich die Festplatte, von ihrem Recht auf Ableben Gebrauch zu machen. Ok, selbst wenn ich diese Erfahrung bislang nie machen musste, kann es ja mal passieren, ganz neu war sie ja ohnehin nicht mehr und ein Austausch kostet heutzutage nur wenig. Mit externer Unterstützung konnte ich knapp eine Woche später einen erfolgreichen Einstieg in das computergesteuerte Styroporschneiden feststellen! Meine Freude erklomm neue Höhen, forderte aber wohl gleichzeitig die Boshaftigkeit des Schicksals heraus, denn kurz danach blieb die Oberfräse während der Arbeit einfach stehen und nahm, da die Steuerung das nicht registriert, gleich den Fräser mit in den Modellbauerhimmel. OK, der Motor hatte auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel, also musste ein neuer her. Ich überlegte, eventuell auf ein deutlich leistungsfähigeres Modell umzusteigen, wofür ich aber einen Neubau der Aufnahme in Auftrag hätte geben müssen, sodass ich den Gedanken wieder verwarf. Welch hinterlistiger Schicksalsschlag! Nicht einmal drei Monate dauerte es, bis das sogar für den Einsatz bei Nichteisenmetallen als Modellbaufräse geeignet angepriesene Modell vom Bearbeiten des Sperrholzes komplett ausgeschlagen war. Ab diesem Zeitpunkt wunderte ich mich erstmals beim Betreten meiner Werkstatt über leises hämisches Gelächter, dessen Ursache ich zunächst nicht lokalisieren konnte. Wie dem auch sein, mein Geld erhielt ich zurück aber nun sollte endlich die erstmals angedachte stärkere Umrüstung erfolgen. Schnell fand ich auch einen Metallbauer, der mir die Halterung fertigte. Doch das Schicksal holte immer weiter aus: Die angepasste Halterung war wegen der höheren Masse der neuen Fräse nicht mehr stabil genug, eine weitere Änderung wurde fällig. Das hämische Lachen steigerte sich inzwischen weiter! OK, dachte ich mir, wenn schon die Fräse nicht will, kann ich ja mit der Styroporschneidemaschine weiterarbeiten. Weit gefehlt, wie konnte ich nur so naiv sein!? Aus unerfindlichen Gründen verlangte plötzlich das Betriebssystem trotz Verwendung von Originalsoftware eine Registrierung! In meiner Werkstatt fehlt aber der dafür notwendige Internetanschluss. Wofür auch? Die Maschinen sollen mir ja zuarbeiten, für das Surfen bleibt da keine Zeit. Also Abbau des Computers, an das Internet angeschlossen. Leider erkennt aber das veraltete Betriebssystem den Anschluss nicht automatisch. Wenn ich Pech habe, starte ich wieder da, wo die vorherige Festplatte ihren Geist aufgegeben hat…
Da das hämische Lachen inzwischen immer lauter durch meinen Hobbyraum schallte, machte ich mich auf die Suche. Leider zeigt sich der Verursacher nicht, ich vermute aber stark, dass es sich um meine Laubsäge handelt, die bereits mein Vater vor undenklicher Zeit anschaffte. Neben dem gelegentlichen Austausch der Sägeblätter für wenige Cent tut sie noch heute zuverlässig ihre Dienste. Was waren das für Zeiten!

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